
Eine Collage aus Texten von und über Gudrun Ensslin. Eine kritische Betrachtung eines rebellischen Lebens.
Die Badische Landesbühne, Bruchsal (BLB)
anschließend Publikumsgespräch
Sonntag, 3.7., 17:00 - 18:00
Landgericht
Gudrun Ensslin, 1940 als eines von sieben Kindern einer evangelischen Pfarrersfamilie auf der Schwäbischen Alb geboren, wurde in den 1970ern zusammen mit Andreas Baader zu einem der Gründungsmitglieder und führenden Köpfe der linksextremen Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF). Ensslin, die 1964 ihr Staatsexamen als Volksschullehrerin gemacht hatte, war 1968 am Frankfurter Kaufhausbrand beteiligt. Danach kämpfte sie mit immer radikaler werdenden Mitteln gegen die Wegschau-Mentalität der westeuropäischen Gesellschaft und schreckte auch vor Opfern nicht zurück. 1972 wurde sie verhaftet und ins Gefängnis Stuttgart-Stammheim gebracht, wo bereits Baader und andere Mitglieder der Gruppe einsaßen. Nach dem Scheitern der Entführung der Landshut-Maschine, wodurch die „zweite Generation“ der RAF die Gefangenen freipressen wollte, fand man diese im Oktober 1977 tot in ihren Zellen. Als Todesursache gilt allgemein Suizid, was von Sympathisanten der RAF jedoch nach wie vor angezweifelt wird.
Aus Selbstzeugnissen und Beschreibungen von Freunden und Geschwistern zeichnet die szenische Lesung das Bild einer Frau, die angesichts des Zustands ihrer Gesellschaft ein Leben der Extreme wählte.